Naturgefahren vor Süditalien

Die Kontinentalränder Süditaliens liegen entlang konvergierender Plattengrenzen, die von starker Seismizität und vulkanischer Aktivität betroffen sind.

Die meisten Küstengebiete erlebten schwere Erdbeben, Erdrutsche und Tsunamis sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Das prominenteste Beispiel ist das Erdbeben von Messina am 28. Dezember 1908 (Stärke Ms=7,3; geschätzte 80.000 Tote), das einen der verheerendsten Tsunamis in Europas jüngerer Geschichte ausgelöst hatte. Durch diesen Tsunami verloren weitere rund 2.000 Menschen ihr Leben. 

Bisher konnten Forschende mit seismischen Messungen an den Kontinentalrändern Süditaliens noch nicht eindeutig nachweisen, ob dieser Tsunami durch eine plötzliche Vertikalbewegung am Meeresboden entlang einer großen Störung zur gleichen Zeit des Erdbebens oder durch eine mit einer durch das Erdbeben verursachten untermeerischen Hangrutschung ausgelöst wurde. Um verlässlichere Daten als Grundlage für Risikoeinschätzungen etwa zu Wiederholungsraten solch großer Erdrutsche zu erhalten, nehmen Wissenschaftler*innen des Center for Ocean and Society regelmäßig an Forschungsfahrten in die betreffenden Gebiete vor Italien teil und führen Langzeit-Messreihen durch.

Foto: Felix Gross

Kontakt


Dr. Felix Gross