Erfolgreiches Experiment mit fischereilicher Ausrüstung Zuckertang in der Kieler Förde anzubauen
Im Rahmen des Projekts SpaCeParti wird seit 2022 ein Reallabor in den Orten Stein und Wendtorf betrieben. In diesem Forschungslabor experimentieren Forschende und gesellschaftliche Akteure mit dem Ziel, Lösungen für lokale Problemstellungen zu erarbeiten. Ein konkreter Anlass ist die Suche nach alternativen Einkommensquellen, die Ostseefischern helfen, aus der derzeit prekären Lage herauszukommen. In diesem Kontext entstand eine Kooperation zwischen dem Fischereibetreib Rönnau, der Kieler Meeresfarm und Mitarbeitenden des Center for Ocean and Society, um im Winter 2025–2026 erstmalig Zuckertang in der Marina Wendtorf anzubauen. Das Experiment sollte klären, ob Zuckertang im Hafen von Wendtorf wächst, der einen anderen Salzgehalt als die Kieler Förde hat und ob Zuckertang mit fischereilichen Materialien und einem Fischkutter ausgebracht und geerntet werden kann.
Auf Expertise bauen
Die Kieler Meeresfarm baut neben der kommerziellen Algenzucht bereits seit mehreren Jahren im Winterhalbjahr in den leerstehenden Liegeboxen von Sportboothäfen Zuckertang an und bildet im Zuge ihres Projektes „Hafenalgen“ Privatpersonen im Algenanbau aus, um Interessierten eine Teilhabe an der nachhaltigen Zucht von Makroalgen in der Ostsee zu ermöglichen. Die so gewonnenen Erfahrungen und das Know-how wurden von der Kieler Meeresfarm mit der Fischerei Rönnau geteilt, ebenso wurde die Fischerei kostenlos mit ca. 150 Meter Algensaatleine ausgestattet.
Das Experiment
Anfang November 2025 wurden die von der Kieler Meeresfarm bereitgestellten Saatleinen von Fischerei Rönnau an vier Tragleinen ausgebracht und unter der Wasseroberfläche schwebend befestigt. Dafür wurden u.a. altes Fischereimaterial recycelt, wie z.B. Netzroller. Während der Wachstumsphase bis Ende März wurden Wachstum des Tangs sowie Wetterdaten dokumentiert. Ende März wurde der nun bis zu 25 cm lange Zuckertang von den Tragleinen geerntet. Dafür wurde ein Netzholer eines Fischkutters genutzt, mit dem ansonsten Stellnetzte an Bord geholt werden. Auch mit den Zuckertangleinen funktioniert dies ausgezeichnet.
Das Experiment wird von allen Beteiligten als voller Erfolg betrachtet. „Im Winterhalbjahr Zuckertang mit unserer Ausrüstung anzubauen ist gut umsetzbar und wenn sich Vertriebswege auftun, könnte es ein Extraverdienst im Winter sein.“ (Leif Rönnau, Fischer). Deshalb wird der Algenanbau im kommenden Winterhalbjahr erneut durchgeführt, um Abläufe und Logistik zu verfeinern.
Am Experiment beteiligt waren die Kieler Meeresfarm, die Fischerei Rönnau und die Marina Wendtorf sowie das Center for Ocean and Society des CAU-Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS).
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