CeOS auf den Sustainability Days der CAU

11.05.2026

Wie können Reallabore, die Betrachtung von Naturbeiträgen und ein Szenarien-Tool zur Nachhaltigkeit beitragen?

Heike Schwermer und Kai de Graaf haben am 11.05.2026 Arbeiten des Centers for Ocean and Society auf den Sustainability Days 2026 der CAU vorgestellt. Dabei stand die Beziehung zwischen der Gesellschaft und dem Ozean im Diskurs von Nachhaltigkeit im Vordergrund. 

Reallabore und Nachhaltigkeitsziele

Reallabore sind ein Ansatz der transdisziplinären Forschung, in der interdisziplinär Forschende zusammen mit Agierenden der Gesellschaft zu Nachhaltigkeitsfragen forschen. Wissenschaft und Gesellschaft kreieren gemeinsam Lösungsideen für spezifische Probleme und experimentieren mit Lösungen für dringende Nachhaltigkeitsprobleme. Mit dem Forschungsformat Reallabor wird aktiv an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen  gearbeitet. Beispiele sind das Reallabor Eckernförder Bucht sowie Reallabore im Projekt SpaCeParti.

Szenarien-Tool

Um die Nachhaltigkeitstransformationen im Ressourcensektor strukturiert und quantitativ bewerten zu können, haben Forschende am CeOS ein Szenarien-Tool entwickelt, das ökologische, wirtschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen verknüpft. Es wird untersucht, welche sektoralen Strukturen unter verschiedenen politischen Entscheidungen tatsächlich tragfähig sind. Als Fallbeispiel  wendet das CeOS  das Tool auf die deutsche westliche Ostseefischerei an. Dieser  Sektor steht durch zusammenbrechende Fischbestände stark unter Druck und wird als „Zeitmaschine“ bezeichnet, da Veränderungen der Ostsee im Vergleich zu anderen Meeren durch Einflüsse von Klimawandel, Eutrophierung und Überfischung ca. 20 Jahre früher stattfinden. 

Naturbeiträge von Salzwiesen für die Lebensqualität von Küstengemeinden

Salzwiesen leisten einen Beitrag zur Kohlestoffspeicherung und zur Biodiversität, z.B. als Brut- und Rastgebiet für Vögel. Sie haben aber auch eine sehr persönliche Bedeutung für die Menschen, die in ihrer Nähe leben. Im trilateralen Projekt SALTGARDEN haben Wissenschaftler*innen des CeOS mit  Küstengemeinden der Wattenmeerküste gesprochen. Identität durch Ortsgefühl oder Kreativität und Inspiration, sogenannte immaterielle Beiträge, kommen im Vergleich zwischen verschiedenen Salzwiesentypen und Ländern, eine stärkere Bedeutung zu. Hingegen regulierende (z.B. Speicherung von CO2) und materiellen Beiträgen (z.B. Futter für Schafe) tragen zwar auch zur Lebensqualität der Küstengemeinden bei, jedoch wurden diese im Vergleich weniger häufig erwähnt. Dieses Ergebnis zeigt klar:  Eine Nachhaltigkeitstransformation erfordert das Verständnis und die Integration vielfältiger Mensch-Natur-Beziehungen in Politikmaßnahmen um nicht zuletzt die Akzeptanz auf lokaler Ebene zu stärken.

Die Poster sind noch bis 13. Mai im Audimax der CAU zu sehen. 

Kontakt


Heike Schwermer & Kai de Graaf